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3 Monate 3 Wochen her - 3 Monate 3 Wochen her #1 von Hendrik
Hendrik erstellte das Thema Korsika - Sardinien und zurück
Es ist immer wieder das Gleiche, die Frage: Wohin fahrn wir´n dieses Jahr. Das Beispiel Jupp und Norwegen hat für dieses Jahr mal wieder die Skepsis siegen lassen, es könnte im Norden unermeßlich naß werden (was es dann tatsächlich wurde). Der Gedanke an Sardinien schwirrte schon länger im Kopf herum, wurde aber ziemlich erst so drei / vier Tage vor Antritt aktuell. Wir hatten Ende September - in der ersten Oktoberwoche sollten wir dann doch schon mal auf Reisen sein.
Petra stellte wieder die diesmal alles entscheidende Frage: Wo fahrn wir´n hin? - Binnen weniger Minuten waren die Fährtickets von Livorno nach Bastia gebucht, mit dem Gedanken, nach Sardinien können wir von Korsika immer noch.

An einem letzten Freitag im September sind wir über die "Dörfer" gestartet bis Heiterwang , weiter über´s Timmelsjoch, in´s Vinschgau nach Livorno zum Übernachten am "Strand". Damit meine ich einen Parkplatz in Strandnähe, nicht unbedingt schön, aber "preiswert" und mit ´nem Bier oder einer guten Flasche Wein am Wasser sehr zu empfehlen. Allerding hatte jemand vegessen, die Mücken abzustellen. Die Biester haben uns am ersten Tag am Mittelmeer regelrecht zum Fressen gern gehabt. Es war angenehm warm und mit Autan war das Mückenproblem dann nicht mehr ganz so schrecklich.









Auf dem Schiff machten wir dann unsere ersten Ansätze, die Richtung weiter zu planen. Was, wenn wir doch nach Sardinien weiterfahren, dann können wir nach der Hafenausfahrt nicht rechts rum, in Richtung Cap Corse sondern links rum, in Richtung Bonifacio. Das macht sich zeitmäßig besser. Ja ja, das muß alles bedacht werden - und dann dabei UNBEDINGT in Bastia die Unterführungen meiden. 2,60 m Durchfahrtshöhe verkraftet selbst eine stabile Amarok/Tischer Kombination nicht; immer schön oben in den Miniaturkreiverkehren anstellen und kreiseln. Erst ab da habe ich gemerkt, was wir doch bei unseren letzten beiden Korsikafahrten "verpaßt" hatten (Olli sei Dank - fahrt immer schön gegen den Uhrzeigersinn). Den Moloch Bastia durchqueren und ca. 100 km bis zum Plage de Alistro war das Ziel, um dann im "Costa Marina" Petra ganz groß auszuführen - war mein Plan. Das herrliche, vom Hahn gezapfte Pietra (Kastanienbier) mundete ganz hervorragend. Ach was wird der Abend schöö... - Nachmittags wurden die Klappen dicht gemacht, die Stühle hochgestellt und aus war´s mit der Vorstellung eines romantischen Abendessens. Die Nudeln mußten wieder herhalten, also Selbstversorger. Nachdem die Enttäuschung puren Pragmatismus gewichen und das Pietra im Kopf verdaut war, entschlossen wir uns zur Weiterfahrt zum Plage de Colombaggia, dem weißen Strand mit den roten Felsen, wohl wissend, daß dieses Mal keine "Anoraks" da sein würden - ganz traurig. :| Sie hatten wir dort im Mai 2016 getroffen.
Das Fazit der "Pleite": AB Oktober ticken die Uhren auf Korsika und Sardinien anders. Es sind zwar einzelne Campingplätze noch geöffnet, jedoch bekommt man abends nicht unbedingt noch eine warme Mahlzeit. Dafür ist das "Freistehen", wenn nicht ausdrücklich verboten, kein Problem. Das würde sich auf Sardinien auszahlen.












Die Fährtikets von Bonifacio nach Santa Teresa Gallura zu lösen, verhalf uns der Securitymann vom Hafen, der aus dem Elsaß kam und hervorragend deutsch sprach. Die Wartezeit bis zur Abfahrt überbrückten wir mit ihm und anderen Fahrgästen im Austauschen von Kochrezepten. Schade, daß man solche Momente nicht festhalten kann. So eine entspannte Wartezeit hatten wir noch nie.




Mit dem Schiff Bonifacio zu verlassen hat was und wenn dann noch ein Fünfmaster die Kulisse komplettiert, mutiert das Ganze in Richtung Kitsch. War echt cool, wir waren gespannt, was Sardinien zu bieten hatte. Petra hatte sich seit den letzten Korsikareisen in eben diese Insel verliebt und war skeptisch, was auf Sardinien kommen würde.


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3 Monate 3 Wochen her - 3 Monate 3 Wochen her #2 von Hendrik
Hendrik antwortete auf das Thema: Korsika - Sardinien und zurück
Die Reise nach Sardinien war nicht vorbereitet; wir hatten den "Schulz", Kartenmaterial und andere diverse Reiseführer dabei und haben uns jeweils situationsangepaßt in die Region eingelesen. Das hatte mancherortes positive Aha-Effekte und gestaunt haben wir sehr oft. Ohne Programm konnten wir wir besser geniesen und die Eindrücke subjektiv wirken lassen. Das hat sehr viel Spaß gemacht. So auch die Überfahrt von Bonofacio nach Santa Teresa. Das Schiff, besser gesagt, ein recht ausgedienter Seelenverkäufer von "Moby" mit viel Qualm aus den Schornsteinen bugsierte uns über die Meerenge. So spektakulär, wie sich Bonifacio verabschiedete (Je mehr die Fähre sich entfernte, umso höher wuchs das Gebirge aus der Insel), begrüßte uns Santa Teresa nicht.





Ein Städtchen auf dem Hügel, in die Karstlandschaft hinein gebaut, fast typisch italienisch wirkend. Fast italienisch, weil im Gegensatz zum italienischen Festland hier die Häuser bunt, gepflegter und die Straßen sauberer aussahen. Das war unser erster Eindruck von Sardinien. Natürlich gab´s auch vermüllte Ecken, die hielten sich aber in Grenzen. Wo gibt´s das nicht.
Ausnahmslos alle Strände waren sauber, ohne Plastikmüll u.ä. Das hatten wir in Sizilien / Calabrien / Apulien gaaanz anders gesehen.
Capo Testa war nach der Landung mein Ziel. Die Karte dahin gab wenig hilfreiches her, alle passierbaren Straßen waren gesperrt und das Navi schickte mich permanent im Kreis. Also dann eben Zeit, um einen Schlafplatz zu finden. Dieses Thema hatte ich als einziges vorbereitet und mich in "MeinWomo" orientiert. Wenige Kilometer nach Santa Teresa zweigt von der Straße ein Sandweg in Richtung Spiaggia di Rena Majori ab. Der Parkplatz ist in der Saison rappelvoll. Im Oktober tummeln sich dort die Womos über Nacht. Nicht auszudenken, wie´s im November ist. Hier wollten wir unsere erste Nacht auf Sardinien verbringen, direkt an der Kante der kleinen Steilküste. Rechts und links von uns herrliche Strände mit Strandbars, was war das doch geil.








Die Temperaturen lagen bei 28°C und nichts in der Welt konnte uns an diesem Tag mehr von da vertreiben. Die Polizei kontrolliert gegen 10 Uhr, ob man keine Stühle, Tische und Markisen ´draußen hatte, jeder weiß das und macht sich´s nach Verschwinden der Staatsmacht gemütlich. Sogar Zelte gab´s. Die waren den nächsten Tag pünktlich 10 Uhr wieder verschwunden. Kurioserweise scheinen diese Kontrollen überall auf Sardinien zu dieser Zeit stattzufinden, wir haben´s erlebt - als gäbe es ein Abkommen zwischen Polizei und Campern. :mrgreen:
Den nächsten Tag haben wir uns schweren Herzens von diesem herrlichen Flecken Sardinien verabschiedet und sind weiter in Richtung Süden. Wir wollten versuchen, im gemütlichen Trott die Insel zu umrunden, immer so nah am Wasser, wie möglich. Das führte natürlich immer wieder über Wege , die einem Parcour ähnelten und durch die karstige Landschaft führten. Hier hatte die Maggia, mit all ihren Sträuchern, Gewürzbüschen - und natürlich den "Erdbeersträuchern / -Bäumen) die Oberhand. Die Jahreszeit schien passend gewesen zu sein - mit Früchten. Die hatten auf Korsika im Mai gefehlt.









Die Karte und Petra gaben die Richtung vor und weil´s so schön klang, war das nächste Ziel "Costa Paradiso". Dieses entpuppte sich als Feienort in feinster Lage. Eine Feriensiedlung, die Häuser in Farbe der Natur und in die Landschaft hineingebaut, eigentlich total untypisch für Italien. Man merkte die ordnende Hand, um nicht klobige Protzbauten die Landschaft verschandeln zu lassen. Überall war Terracotta. Das hat gefallen. Mitunter waren die Häuser erst beim zweiten Mal hinsehen auszumachen.








Die rötlich in der Sonne schimmernden Klippen taten ihren Teil dazu.


Wir haben irgendwann viel später ein schweizer Camperpaar getroffen, die sich mit uns über die gleichmäßig eintönige Landschaft im Nordwesten der Insel unterhielten - und wir mußten ihnen Recht geben. Vielerorts mit Maggia bewachsene Karstlandschaft, die wenig Abwechslung bietet.




Fuhren wir ans Wasser, boten sich nette kleine Ortschaften, Fischerdörfer und natürlich Landschaft. Hier an der Isola Rossa vor gleichnamigem Ort.








oder bei Valledoria, die Lagune, mit einem der schönsten Strände (schreibt Maco Polo) im Nordwesten Sardiniens. In San Pietro a Mare wollten wir die nächste Nacht bleiben. Wir hofften auf eine Pizzeria und vielleicht etwas Strand mit Badevergnügen. Es waren schließlich sommerliche 28 C.
Wir waren nicht die Einzigen da. Riesen Womo-Busse, alles was vorstellbar ist, war vertreten. Die Kite-Surfer erklärten alles. Also weiter, ein schönes Plätzchen finden. Ade´ , oh Du schöne potentielle Pizza. :ka:


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3 Monate 3 Wochen her - 3 Monate 3 Wochen her #3 von Hendrik
Hendrik antwortete auf das Thema: Korsika - Sardinien und zurück
Castelsardo, woher kannte ich Castelsardo, eine Stadt am Meer, auf der Karte dick eingerahmt - also nachsehen, was da ist. Beim ersten Blick darauf fiel der Groschen. Im Thema "Reiseraten" waren wir der Stadt auf dem Felsen, unterhalb der Festung schon begegnet. :lol:





Aus der Ferne schön anzusehen, beim näheren Hinsehen dann aber ein Anlaß, es vielleicht später bei der vielleicht nächsten Sardinienfahrt zu besuchen. Es war sehr warm und Mittagszeit, wir wären wieder die einzigen gewesen, die durch menschenleere Gassen stapfen würden - ein Grund, den Besuch nach "hinten" zu verlegen.
Auf meinem Übernachtungsplan stand u.a. Porto Palmas, oberhalb des Capo dell'Argentiera. Bis dahin hatte ich keine Ahnung, was es damit auf sich hatte. Der Platz an der kleinen Badebucht war ziemlich geneigt. Mit ein paar Steinen konnte ich das Equipment ausrichten, um dann endlich mal im Mittelmeer baden zu können. Etwas oberhalb unseres Standplatzes befand sich ein Plateau, auf dem sich mehrere Womos tummelten. Die hatten natürlich herrliche Sicht auf´s Meer und in die Landschaft, aber im Meer baden .... konnten die nicht. :roll:













Bis jetzt hatten wir uns jeden Tag / Abend selbst versorgt. So blieb es nicht aus, daß die streunenden Hunde das als Anlaß nahmen und ständig im Hintergrund präsent waren - war nicht immer angenehm. Der auf dem Foto hätte auch Bono sein können.
Am nächsten Tag haben wir uns den Ort Argentiera am Ende der Stichstraße angesehen und da stellten wir fest, daß wir nun in das aufgelassene Bergbaugebiet Sardiniens gekommen waren, das sich bis Iglesias hinzieht und von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurde.
Am Vortag hatten wir ein ungarisches Ehepaar getroffen, das extra mit der Vespa über Kilometer angereist war, um die Ruinen der alten Minen in Argentiera zu sehen. Wir haben´s zufällig gefunden und hatten wieder einmal unseren Aha-Effekt.










www.sardinien.de/impressionen/Bergwerk.htm


Im Nachhinein mutet der Ort recht misteriös an, eigentlich kein erstrebenswerter Platz, sich wohlzufühlen. Das aber nur als Betrachter von außen. Im Laufe unserer Fahrt sollten wir noch mehr solcher aufgelassener Bergwerksruinen sehen.


Das Capo Caccia war unser nächstes Ziel, wohl erstrebenswert, die nächste Nacht dort zu verbringen. Unwissent der topographischen Lage dieses Ortes machten wir uns auf den Weg dahin, mit einem Umweg nach Alghero. Eine schöne Altstadt soll´s da geben und unweit vielleicht doch einen netten Stellpl...., ach nee, doch nich; Reisebusse spuckten Kollonnen von Touristen aus und nur vage einen Parkplatz zu finden, war pure Illusion. Hier war auch im Oktober noch "Volksfest", nix für unsereiner. Also wieder kehrt machen und die kilometerlangen Dreißigerzohnen zurück, zum Capo Caccia. Diese Landzunge mit den klobigen Felsen bietet eine kollosale Kulisse, mit tiefen Höhlen und außenherum gigantischen Klettersteigen. Nichts für einen, der Höhenangst hat. Dort befand sich der Parkplatz, auf dem lt. "MeinWomo" es sich lohnte, zu übernachten. Ein wirklich gigantischer Platz.













Ich hatte unsere "Wohneinheit" platziert, schon das erste Bier aus dem Kühlschrank geholt und gebührend auf den super Platz anzustoßen, als sich eine Korona Reisebusse dem Platz näherte und die Busladungen entließ. Das ging immer weiter so, der Ort war wirklich schön und man mußte naiv sein, zu denken, andere würden auf diesen Aussichtspunkt verzichten. Also kam das Bier wieder in den Kühlschrank zurück, wir hatten ja gesehen, was zu sehen war und verließen den Ort wieder in Richtung Alghero, um unser Glück am Spiaggia della Speranza (Pòglina), unterhalb Algheros zu versuchen.

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3 Monate 3 Wochen her - 3 Monate 3 Wochen her #4 von Hendrik
Hendrik antwortete auf das Thema: Korsika - Sardinien und zurück
Zum Strand von Poglina führt die Straße über Alghero in bergiges Gebiet, immer die Küste entlang. Da gab´s viel zu sehen. Der Spaßfaktor wuchs.







Der Übernachtungsplatz war wieder wunderschön, mit Restaurant in super Lage, oberhalb des Strandes. Das Bier konnte im Kühlschrank bleiben. Jetzt gab es sardisches Bier, naturtrüb - sehr lecker. Mit fester Nahrung war wieder nichts, abends schloß der Laden und außerdem gab´s Pizza aus der Kühltruhe. Das konnten wir mit unserer Küche besser. Bis dahin war unsere Speisefolge recht abwechslungsreich gewesen.
Es sei vorweg gesagt, in diesem Urlaub haben wir nicht eine einzige frische Pizza zu essen bekommen. Die Restaurants hatten einerseits alle rechtzeitig geschlossen oder die Küchen waren kalt. Da bahnte sich wieder ein billiger Urlaub an. Dafür hatten wir wieder den Blick von oben auf´s Meer und super Wetter. Jedes Mal, wenn wir Bilder in die Heimat schickten, kam ein Aufschrei zurück, ob das wirklich blauer Himmel und Sonne in der Mitte sei. In Deutschland bahnte sich die nächste Unwetterkatastrophe mit Toten und Verletzten an.












Das nächste Ziel war Bosa. Immer die Küstenstraße in Richtung Süden, bergauf, bergab. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit pendelte sich wohl so bei 25 km/h ein. Wir waren die Bremser der Landstraße. Es gab so viel zu sehen, daß man nicht merkte, wie die Zeit verrann. Mittlerweile hatte ein regelrechter Sturm eingesetzt, bei dem man an steilen Stellen aufpassen mußte, nicht weggeblasen zu werden. Bis Bosa sollte sich dieser Sturm noch verschlimmern.













Die Landschaft wurde mit jedem Kilometer urbaner. An mehreren Stellen wurde Landwirtschaft / Viehzucht betrieben - wir haben jedenfalls Viehzeug gesehen und konnten uns bei dem kargen Boden nicht vorstellen, wie das da funktionierte.






Der Besuch Bosas war dann wieder Kontrast zu der Kargheit.



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3 Monate 3 Wochen her - 3 Monate 2 Wochen her #5 von Hendrik
Hendrik antwortete auf das Thema: Korsika - Sardinien und zurück
Jetzt kommt ein emotionaler Beitrag. :mrgreen:

Bosa, was verflixt ist Bosa - hatte ich noch nie gehört. Die Stadt ist uralt, d.h., die gibt´s schon länger. :screwy: In der Landkarte rot eingekreist, mußte sie Schönes bieten. Die Schulzens beschreiben einen Stellplatz in unmittelbarer Nähe zur Altstadt, am Fluß Temo, gleich neben einer Fußgängerbrücke. Mit Hilfe des Navis hatten wir den Platz schnell gefunden und waren, wie sich´s später herausstellte, rechtzeitig vor Ort. Mit unseren bisherigen Schlafplätzen konnte er nicht mithalten - eben ein gewöhnlicher, recht kleiner Parkplatz mit Puplikumsverkehr, Reisebussen und deren Inhalten. Bäume säumten den Platz und Dank der Erfahrung von Sirmione am Gardasee, wo ich Dank eines schräg wachsenden Astes ein nette Beule in die hintere obere Dachecke gefahren hatte, blieb mir dieses hier erpart. Genug "Kandidaten" gab es und Petra hatte gut aufgepaßt.

Es war Nachmittag, eine gute Zeit, sich vorab in der Stadt umzusehen.
Der erste Eindruck ist bekanntlich immer der nachhaltigste und so punktete Bosa sofort mit mit seinen schmalen Gassen und farbigen Häusern. Ich fühlte mich nach Burano versetzt, hier allerdings ging es treppauf und treppab und die Kanäle fehlten. Überall kleine Kneipen, wo´s herrlich Aparol oder Campari zu trinken gab. Damit euphorisiert, stiegen wir zur Festung hinauf.












Wir hatten 25°C und immer noch den stürmischen Wind, der oben auf den Zinnen recht ungehalten jeglicher Frisur den Garaus machte. Aber der Blick über Stadt und Landschaft glich das wieder aus. Ich hatte schon anfangs geschrieben, das die farbigen Häuser für italienische Verhältnisse untypisch sind, hier konnte man es bewußt sehen. Neben einem frisch renovierten Haus stand auch mal eine Ruine, die den Kontrast aber noch verstärkte.











Am Abend, der Parkplatz war mittlerweile gerammelt voll, tauchten wir wieder in´s Nachtleben von Bosa ein, wohlwissend, es war Oktober. Die von uns favorisierten Gaststätten, die am Tag noch voller Gäste waren, hatten natürlich geschlossen - bis auf eine kleine Trattoria. Wir bekamen ohne Reservierung (!) den letzten Platz, direkt hinter der Eingangstür. Nachdem wir fast eine halbe Stunde im Gewirr der schmalen Gassen fast die Orientierung verloren hatten, waren wir heilfroh, den Platz bekommen zu haben, obwohl ich mir bei heftigen Bewegungen, regelmäßig den Kopf am Türverschluß stieß - wie gesagt, es war eine kleine Trattoria :mrgreen: - und es gab ausnahmslos Fisch. Für "normaleuropäische Verbraucher" ist Fischessen in Italien pure Handarbeit. Da bekommt man den gegarten Fischen komplett auf den Teller, daß die Innereien fehlen, ist da schon alles - aber dafür sind die Geschmackserlebnisse komplett anders. Da ist der mediterrane Fisch auch wirklich mediterran zubereitet und schmeckt auch so. Wir waren hinundhergerissen, der Vino bianco della Casa war lecker und die Rechnung auch.







Der Weg zurück, gegen ca. 11 Uhr, durch die jetzt in´s Licht getauchten Gassen ging wieder an unserer (mittlerweile) Stammkneipe vorbei, die mal wieder Aparol und Campari für uns bereithielt. Und dann stelle man sich vor, bei jedem Schritt dahin wird der Klang einer Kirchenorgel und choraler Gesang immer deutlicher höhrbar und genau so passierte es hier in dem Moment. Es war zum heulen schön. Der Clou war, wir konnten direkt gegeüber dem Kirchlein sitzen und geniesen. Es war wie Disco - nur viel, viel, viel schöner. Die "Veranstaltung" entpuppte sich als Chorprobe.












Der Abschied von Bosa am nächsten Tag war von Wehmut geprägt, eigentlich hätte ich gerne noch eine Nacht da zugebracht.



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3 Monate 2 Wochen her #6 von mingelopa
mingelopa antwortete auf das Thema: Korsika - Sardinien und zurück

Hendrik schrieb:
. . . den stürmischen Wind, der oben auf den Zinnen recht ungehalten jeglicher Frisur den Garaus machte.


www.schwarzkopf.de/de/marken/haarstyling/taft.html

Gruß Michael

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3 Monate 2 Wochen her - 3 Monate 2 Wochen her #7 von Hendrik
Hendrik antwortete auf das Thema: Korsika - Sardinien und zurück
Bei meiner Recherche in "MeinWomo" bin ich auf einen Übernachtungsplatz gestoßen, der auch für einen Kurztrip zum Anschauen sehr schön ist, am Torre Foghe unterhalb Bosas. Man gelangt über eine recht unebene schmale Straße, durch Felder an diese Stelle. Anfangs hatten wir den "Absprung" zur Straße verfehlt und landeten prompt in der Wildnis auf einem Feldweg. Ein Bauer in der Nähe fuchtelte sofort wie wild mit den Armen, so daß ich sofort annahm: Mensch, jetzt haste Mist gebaut. Nach einem "wohl durchdachten" :mrgreen: Wendemanöver, kamen wir in´s Gespräch. Mit fast akzentfreiem deutsch erklärte er uns, daß er bei Magirus gearbeitet habe und auf seine alten Tage wieder in der Heimat ... usw ... und er es sowieso richtig Klasse findet, daß wir mit PU und Kabine seine Heimeat erkunden und außerdem zum Torre Foghe der Weg wo gaanz anders entlang geht und es dort sehr sehr schön ist und und ... Nach einer Verabschiedungsorgie mit allem drum und dran, es fehlten nur noch die Winkelemente, fanden wir den Weg zum Turm. Diese Herzlichkeit, wie sie der alte Mann an den Tag gelegt hatte, erlebten wir noch viele Male auf Sardinien.








Die SS 292 in Richtung Cuglieri, weiter nach Santa Caterina, dann wieder in Richtung Küste führt immer wieder durch karstige mit Maggia bewachsene Landstriche, bis in Santa Caterina wieder Strand lockt und damit Aussicht auf Küste und Wasser. Hier haben wir Wellenreiter beobachten können, die sich viel Mühe mit ihren Brettern gaben und sehr zahlreich und mit viel Ernst ihr Hobby frönten. Der Parkplatz am Strand war voll mit deren Fahrzeugen und Equipment. Was dann zu Wasser zu sehen war, widersprach meiner Meinung ein wenig dem Aufwand. Aber ich bin ja nicht vom Fach. Die Bilder aber zeigen, daß die Kulisse dazu gigantisch war (ist).









Dort fanden wir an einem Brett angeschlagen, diesen Aushang:




:shock: :shock: :shock:


Sofort haben wir alle Muscheln, Schneckenhäuser, Sand und was sich alles im Laufe der bisherigen Fahrt bei Petra "Zuflucht" gefunden hatte, dem Eigenümer "zurückvermittelt". 8) Das Auto war danach beihnahe klinisch rein. :mrgreen: Selbst die Schuhsolen haben wir regelmäßig kontrolliert. :ironie: Aber da kann man sehen, wie schnell man zum "Verbrecher" wird - und Petra war da ein gaanz heißer Kandidat. :to:

Die SS 292 weiter, passiert die Landstraße Torre del Pozzo, eine kleine Buch mit dem gleichnamigen Ort, wo eben dieser Turm auf dem Felsen beim ersten Blick einem aufgetauchten U-Boot sehr ähnlich sieht.


]


Beim Nachrecherchieren jetzt meine ich, hier hätten wir erstmal bleiben sollen. Die Landschaft hatte auf den zweiten Blick wesentlich mehr zu bieten, als ein imaginäres U-Boot. :ka:


Hier sollte ein Link zu Torre Pozzo sein. Ihn füge ich im nächsten Fred ein. :ka:


Ein weiterer spontaner Abstecher war der Besuch nach Putzu Idu, zum Capo Mannu. Da wollten wir eigentlich hin. Gelandet sind wir letztendlich am Su Pallosu, mit einer interessanten Küstenstruktur, wo man rechts und links davon herrliche Strände finden konnte. Der Endpunkt der "Straße" wäre ideal für eine Übernachtung gewesen, so aber sind wir nach ausgeprägtem Verweilen am Strand :mrgreen: weitergefahren.








Auffällig waren in dem Landstrich die Salzseen, auf der Draufsicht des Bildes "Capo Mannu" sehr gut zu erkennen. Das hatten wir so noch nicht gesehen. ... und ausgedehnte Artischockenfelder prägten hier das Bild.





Wir befanden uns auf der Sinis-Halbinsel und wollten auf Capo San Marco übernachten. Lt. "MeinWomo" gab´s da einen schönen Platz, geeignet für eine Übernachtung. Bis dahin sind wir jedoch gar nicht gekommen. Womo-Sperrschilder machten dem Vorhaben ein Ende und auf einem gemeinen Busparkplatz wollten wir nicht bleiben, auch wenn hier mal in einem Restaurant die viel erträumte Pizza zu haben gewesen wäre. Eine Alternative mußte her.
Da gab´s am Spiaggia di Is Arutas einen Platz, der Parkplatz eines bereits geschlossenen Restaurantes war. Dort konnten wir dann unsere Nudeln mit allerlei leckeren Zutaten genießen. Wir waren wieder mal ganz allein. :hurra: Etwa 1 km nördlich befand sich ein ausgewiesener Wohnmobilplatz, der über unwegsame Piste zu erreichen, sich auf einem recht unansehnlichen Platz befand und damit sofort durchgefallen war. An unserem Flecken hatten wir einen sogenannten Reiskornstrand. Jedes Sandkorn groß, wie ein Reiskorn. Zum Verweilen auf der Decke, mit ´nem Getränk in der Hand eigentlich ideal, wenn der verdammte Sturm nicht gewesen wäre. Den gab´s nämlich immer noch - und es machte wahrlich keine Freude, die Decke nach deren Verlassen, jedesmal wieder einzufangen. :evil: So haben wir eben die Decke "zu Hause" gelassen, die "Reiskörner" waren leicht wieder zu entfernen und unseren Wein im "Reis" genossen. Abends ließ der Wind nach und die Mücken kamen, mit Autan kein Problem mehr.







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3 Monate 2 Wochen her #8 von Hendrik
Hendrik antwortete auf das Thema: Korsika - Sardinien und zurück

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3 Monate 2 Wochen her #9 von Heinz1
Heinz1 antwortete auf das Thema: Korsika - Sardinien und zurück
Schöner Bericht , schöne Eindrücke
klasse gemacht
:top:

Gruß Heinz
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3 Monate 2 Wochen her #10 von Steffen HZJ 79
Steffen HZJ 79 antwortete auf das Thema: Korsika - Sardinien und zurück
Hi Hendrik ,
So wie es aus schaut , hattet Ihr einen schönen Urlaub .
Sardinien ist wohl eine Reise wert .
Mal sehen in den nächsten Jahren .Danke für die schönen Bilder und das Lust machen .

Danke Steffen

Steffen HZJ79/ GRJ79
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3 Monate 2 Wochen her #11 von Hendrik
Hendrik antwortete auf das Thema: Korsika - Sardinien und zurück
Hallo Steffen, es kommt noch was. :mrgreen:

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3 Monate 2 Wochen her #12 von Holger4x4
Holger4x4 antwortete auf das Thema: Korsika - Sardinien und zurück
Ach ja, schöön!! da müssen wir auch mal hin...

Gruß, Holger
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Bilder Laubach 2009 Bilder meiner alten Kabine: Bilder hier , und die Ausbaudokumentation der aktuellen Kabine hier

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3 Monate 2 Wochen her #13 von Steffen HZJ 79
Steffen HZJ 79 antwortete auf das Thema: Korsika - Sardinien und zurück
Hi Hendrik ,
dann bin ich ja mal gespannt .Grins:mrgreen: :dafuer:

Steffen HZJ79/ GRJ79
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3 Monate 2 Wochen her #14 von Tommy Walker
Tommy Walker antwortete auf das Thema: Korsika - Sardinien und zurück
Hi Hendrik,

schön, dass Du deine Ankündigung wahr gemacht hast :? . Wunderschöne Bilder :sensation: , an Dir ist ein Buchautor verlorengegangen. Freu mich schon, wie es weiter geht.

Lieben Gruß Tommy :top:

Ford Ranger Bj. 2010 Nordstar Camp 8L Bj. 2003
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3 Monate 2 Wochen her - 3 Monate 2 Wochen her #15 von Hendrik
Hendrik antwortete auf das Thema: Korsika - Sardinien und zurück
Vorweg:
Unser nächster Halt sollte an der Costa Verde, an der Dune di Piscinas werden. Ich hatte viel darüber gelesen, es soll sagenhaft schön sein und die Umgebung gespickt von geisterhaften aufgelassenen Minen.

Zunächst aber mußten wir von der Sinis-Halbinsel wieder runter kommen. Da wurde der Kontrast Natur zur Stadt deutlich. Der Weg führte durch Oristano, an zwei Lagunen gelegen und Industrie vorbei. Nicht sehr fotogen und nur der Ortung wegen erwähnt. Wir wollten immer am Meer entlang in Richtung Süden, zur Halbinsel Capo Frasca, unwissent, daß der gesamte Archipel Militärgelände ist. Die SP 69 führt in Marceddi über einen Damm dahin, obwohl dieser gesperrt war. :ka: Wir hätten knapp an den Mauern des Dammes durchgepaßt (Die Fahrbahn war sauschmal) und der Gegeverkehr hätte warten müssen. Jeder ignorierte das Verbotsschild, nur wir nicht. :oops: Mir war nicht wohl bei dem Gedanken.






Vorbildlich erzogen, wie wir nun mal sind, haben wir einen Umweg von knapp 30 km in Kauf genommen, um genau am anderen Ende des Dammes wieder zu landen. :haumichweg: Ich hatte mir nun mal in den Kopf gesetzt, die Natur der Costa Verde zu bestaunen, dann aber auch in ganzer Länge. Die Fotos zeigen, daß da kein Kilometer umsonst war, vorrausgesetzt, man verpaßte den Abzweig in Richtung Portu Maga nicht.


















Bevor es zum Strand ging, die Dünen, das Idyll waren schon zu sehen, mußte man, aus Richtung Norden kommend, den "Rio Piscinas" an einer kleinen Furt queren (ca. 0,5 m tief).





Die Waschbrettzufahrt endete am Kassenverschlag. 10 € hat´s gekostet, unser erster Obulus für eine Nacht. :mrgreen: Für mehr als 10 € hatten wir woanders schon viel schlechter gestanden.













Die Bilder zeigens hoffentlich, es war wirklich Idylle pur- alles sehr zu empfehlen.
... und den Sonnenuntergang gab´s, solange wir noch auf der Westseite Sardiniens waren, gratis dazu - inmitten eines Unesco-Welterbes. Was will man mehr!? :love:






Daß solche Schönheit und andererseits Tristesse so nah beieinander lagen, erfuhren wir am nächsten Tag, als die Fahrt nach Arbus ging.

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3 Monate 2 Wochen her - 3 Monate 2 Wochen her #16 von Hendrik
Hendrik antwortete auf das Thema: Korsika - Sardinien und zurück
Die Nächte in Sardinien hatten fast alle etwas märchenhaftes. Das Stehen auf dem Strand oder in Strandnähe in totaler Stille vermittelte manchmal den Eindruck absoluter Abgeschiedenheit. Es war Vollmond, die Stimmung sehr angenehm - es paßte einfach alles.






Ich fand diese Ruhe sehr erholsam, zumal endlich die Gelegenheit war, unbesorgt ausschlafen zu können - bis zum Zeitpunkt des allgemeinen Aufbruchs der Nachbarschaft. Die Klappen der Gepäckfächer wurden auf und zu geschlagen. In diesem Falle hier ging das 7 Uhr los und ohne Rücksicht auf andere wurden lautstark Erlebnisse des letzten Tages ausgetauscht, der Motor angelassen und warum auch immer, laufen gelassen. :evil: Diese Ignoranz erlebt man häufig , hier handelte es sich um ausnahmslos deutsche Wohnmobilisten. Als wir dann endlich wach waren, kehrte wieder Ruhe ein, die Dumpfbacken waren weg.
Wir hatten zwangsläufig den Weg nach Arbus oder Guspini vor uns. Dieser führte über die "Straße" nach Ingurtosu zur SS 126, in der Hoffnung, eine "bemannte" Tankstelle zu finden. Mit den Bezahlautomaten italienischer Tankstellen stehe ich nämlich auf Kriegsfuß. Ständig funktioniert da etwas nicht, mir ein Graus. Unser Tank war bis zur Neige leer, lt. Anzeige noch 50 km. Da kam schon eine gewisse Unruhe auf.
Die Straße entwickelte sich zum Museumstrack. Anfangs noch herrlich im Sand, später Schotter und Asphalt wurden bergauf immer mehr Abraum, altes Gemäuer und dann verfallene Fabrikruinen sichtbar. Nach dem herrlichen Strandurlaub vom Vortag, wenige Kilometer danach der absolute Kontrast. Es war bizarr, wie die alten Industrieanlagen in der Landschaft standen, inmitten eigentlich herrlicher Natur. Wir befanden uns im Iglesiente, einer alten Bergbauregion, von der Unesco zum Weltkultuerbe ernannt.














Ich empfand diesen Ort bedrückend, zumal ein Waldbrand im vergangenen August ringsherum verkohlte Bäume hinterlassen hatte. :shock: Ich hatte von Waldbränden auf Sardinien gehört, aber nicht damit gerechnet, das Resultat hier vorzufinden. Das erinnerte mich irgendwie an Edgar Allen Poes "Untergang des Hauses Usher". Verkohlte Bäume bekamen wir im Verlauf noch mehr zu sehen.






Nun stelle man sich vor, der Tank vom Equipment fast leer, die Straße mündet in ca. 10 Km auf den Zubringer zur rettenden Tankstelle, es geht permanent steile Serpentinen nach oben und dann ein Schild: -DURCHFAHRTHÖHE 2,60 m . Ist es verständlich, daß ich dort kurz vor´m "Herzkasper" stand? Ich hatte auch keinen Plan -B- . Beim Heranfahren an die Stelle entpuppte sich das "Hindernis" als eine Tordurchfahrt, durch die selbst ein Doppelstockbus durchgepaßt hätte. Der Schock saß trotzdem tief. 8)






Dank Navi haben wir in Guspini



eine Tankstelle gefunden, wo natürlich die Bedienung der Zapfsäule nur mit Hilfe des Tankstellenwarts funktionierte und er mit Trick-17 und viel Gerenne unseren Tank vollbekam. Das war mal wieder "Wasser auf meine Mühlen". :mrgreen:
Mein nächster Routenpunkt war ein potentieller Standplatz am äußersten südlichen Rand der Costa Verde - Capo Pecora, ein Endpunkt der Straße dahin. Der Weg, über die SS 126, führte immer noch durch verbranntes Gebiet, bis zur Abzweigung auf die Sp 83 nach Portixeddu, ans Meer.






Das war wieder ein Platz, der unter "Absolut Empfehlenswert" einzustufen gewesen wäre.






In Buggerru, im weiteren Verlauf, hätten wir zum Übernachtungsplatz auch noch ´ne Pizzeria dazu gehabt. Wir wollten jedoch weiter der Küste folgen.






So bekamen wir die nächsten Eindrücke dieser charakteristischen Gegend um Buggerru zu sehen, eine vom Bergbau geprägte bizarre Landschaft. Das hatte was, im Kontrast zum Meer.







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Letzte Änderung: 3 Monate 2 Wochen her von Hendrik.
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3 Monate 2 Wochen her #17 von mingelopa
mingelopa antwortete auf das Thema: Korsika - Sardinien und zurück

Hendrik schrieb: Nun stelle man sich vor, der Tank vom Fahrzeug fast leer, die Straße mündet in ca. 10 Km auf den Zubringer zur rettenden Tankstelle, es geht permanent steile Serpentinen nach oben und dann ein Schild: -DURCHFAHRTHÖHE 2,60 m. Beim Heranfahren an die Stelle entpuppte sich das "Hindernis" als eine Tordurchfahrt, durch die selbst ein Doppelstockbus durchgepaßt hätte.


Solche Stellen und Momente sind mir nur sehr bekannt, besonders von Sizilien, aber auch von Deutschland. Daher habe ich immer einen Zollstock bereit liegen, der mit ausgestrecktem Arm dann Klarheit verschaftt.

Gruß Michael

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3 Monate 2 Wochen her #18 von Lasyx
Lasyx antwortete auf das Thema: Korsika - Sardinien und zurück
Hey Hendrik,schön geschrieben und wie immer viele schöne, coole Bilder! Wir wollten auch erst nach Sardinien aber unsere Fellnasen sind einfach zu alt. Daher sind wir z.zt. noch in Spanien.

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Gruß, Lasyx
Nissan D40 Portugiese / Artica 230 SE
Mit Trailmaster statt LuFe.

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3 Monate 2 Wochen her - 3 Monate 2 Wochen her #19 von loefflea
loefflea antwortete auf das Thema: Korsika - Sardinien und zurück
Michael schrieb:
...Solche Stellen und Momente sind mir nur sehr bekannt, besonders von Sizilien, aber auch von Deutschland. Daher habe ich immer einen Zollstock bereit liegen, der mit ausgestrecktem Arm dann Klarheit verschaftt...

Wenn Du z.B. so einen nimmst mußt du den Arm nicht so weit ausstrecken :haumichweg:
www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/2-zo...rk/740721779-84-1853

Ach ja, und noch was, wenn du tatsächlich noch einen " Zollstock" hast: Bewahre im Gut auf!

Gruß
von einem Besitzer von z.Zeit so grob gerechneten 900 Maßstäbe, von 0,5m bis 4,0m,
zum Glück am Arbeitsplatz gestapelt und nicht in der Kabine :lloll:

Gruß
Loefflea alias
der "Schofför"

mit Nissan Navara D401 KC und darauf ne ExKab 3S. Dem Original!
davor Navara D 22 mit Nordstar Camp 8L, davor VW LT 28 Selbstausbau, davor VW T3 Teilselbstausbau,
davor Fiat Panda, das kleinste Ein-Mann-Womo!
davor Lowe Rucksack, Salewa Zelt, und Colman...
Letzte Änderung: 3 Monate 2 Wochen her von loefflea.

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3 Monate 2 Wochen her #20 von Hendrik
Hendrik antwortete auf das Thema: Korsika - Sardinien und zurück
Lasyx, Euch noch einen schönen Urlaub. Genießt die Wärme. :top:

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